Was ist ein Girokonto?
Das Girokonto ist das Konto, das am häufigsten genutzt wird. Es gehört der Klassifizierung der Kontokorrentkonten an. Im Fachjargon wird es folgendermaßen erklärt: Mit dem Kontokorrent werden Leistungen abgewickelt, die zur Verrechnung von Verbindlichkeiten und Forderungen zwischen zwei Vertragspartnern erforderlich sind. Auf gut Deutsch heißt das einfach ausgedrückt: Der Geldverkehr wird über so ein Konto, das jede Bank und Sparkasse anbietet, abgewickelt. Eingeführt wurde das Girokonto bereits Anfang des 20. Jahrhunderts. Doch sogar in den 60er und 70er Jahren wurden Gehälter und Löhne noch in bar oder mit Scheck ausbezahlt.
Heute ist das natürlich anders und so gar nicht mehr denkbar. Jeder, der einen Arbeitgeber hat, braucht auch ein Girokonto. Das wird vorausgesetzt. Dort werden dann die regelmäßigen Zahlungen abgewickelt. Das heißt Einnahmen werden auf das Girokonto gebucht. Jeder kennt das, wenn man am Monatsende seinen Kontoauszug ansieht, um zu kontrollieren, ob das Gehalt bereits überwiesen wurde. Ebenso gehen aber auch Zahlungen von diesem Konto weg. Die Miete, der Strom, die Telefonrechnung – regelmäßige Verbindlichkeiten, die man hat, werden normalerweise über dieses Konto abgewickelt. Die Einführung des Girokontos hatte natürlich sowohl für die Menschen, wie auch für die Banken Vorteile. So mussten die Arbeitnehmer nicht mehr mit Geldscheinen durch die Gegend laufen und sie irgendwo in Sicherheit bringen und die Banken konnten mit dem eingezahlten Geld wirtschaften. Heutzutage wäre es gar nicht mehr denkbar, ohne ein derartiges Konto auszukommen.
Die “Gefahr” beim Girokonto ist und war schon immer, dass man – im Gegensatz zum Sparbuch – nichts Schwarz auf Weiß hatte. Das heißt, wer seine Zahlungseingänge und Zahlungsausgänge nicht notiert hat, der hat natürlich den Überblick verloren und nie gewusst, wie viel Geld auf dem Konto ist. Aus diesem Grund führten die Banken den Kontoauszug ein. Dieser sollte den Menschen die aktuelle finanzielle Situation auf dem Girokonto darstellen. Dennoch musste man selbst die Umsätze im Auge behalten, da man nicht bei jeder Kontobewegung einen Auszug erhalten hat. Erst mit Einführung der Kontoauszugsdrucker und nicht zuletzt mit dem Onlinebanking, kann man nun jederzeit seinen Kontostand einsehen.
Gerade das ist besonders wichtig und sollte nicht vernachlässigt werden. Da über das Girokonto auch Überweisungen bei Einkäufen, Bezahlungen mit EC- oder Kreditkarte und natürlich die eigenen Geldabbuchungen laufen, sollten die Auszüge in regelmäßigen Abständen verglichen werden. Ein Girokonto erhält im Übrigen jeder, selbst, wenn man keine regelmäßigen Einnahmen hat. Alle anderen Kontoarten benötigen entweder einen monatlichen Geldeingang oder eine einmalige Geldeinlage. Das Girokonto kann von jedem beantragt werden, bei Minderjährigen wird die Zustimmung des Erziehungsberechtigten benötigt. Zudem bekommt man eine EC-Karte, mit der man die Möglichkeit hat, Geld am Automaten abzuheben, Kontoauszüge drucken zu lassen und auch bargeldlos zu zahlen. Diese Beträge werden dann automatisch vom Guthaben auf dem Girokonto abgezogen. Eine Überziehung des Girokontos ist in der Regel nicht möglich. Allerdings kann man einen Dispositionskredit beantragen, der in der Regel bis zum dreifachen des monatlichen Geldeingangs ausgereizt werden kann. Dieser sollte jedoch nur für kurzfristige Geldnöte hergenommen werden, da die Zinsen für den Dispo sehr hoch sind.
Fazit: Ein Girokonto braucht heute prinzipiell jeder. Bei einer Beantragung sollte man jedoch auch auf die Konditionen achten, denn nicht jedes Geldinstitut stellt so ein Konto kostenlos zur Verfügung.